• GC Budersand

    „Deutschlands einzig echter Linkscourse“

GC Budersand

Tja, Sylt. Was soll ich dazu schreiben? Es wird schwierig unparteiisch zu sein, denn diese Insel gehört zu meinem erweiterten Einzugsgebiet. Als Schleswig-Holsteiner ist das so etwas wie der Tegern-, Chiem- oder Starnberger See – nur mit großen Pötten in der Ferne. Klar ist Sylt das Mekka der Reichen und Berühmten, aber Sylt ist vor allem eine sehr schicke, friesische Insel. Und Sylt ist für mich gerade außerhalb der touristischen Rushhours eine Reise wert, zumal man dann diese ruhige „Schimmelreiter-Atmosphäre“ vorfinden kann – hyggelig (gemütlich), wie der vom Festland winkende Däne sagt.

Ebenso wie der Golfclub Budersand, denn außerhalb dieser Zeiten, ist der Platz traumhaft ruhig. Der örtliche Architekt Rolf-Stephan Hansen hat eine ehemalige Militärbasis – Sylt war der erste Teil Deutschlands, auf den während des zweiten Weltkriegs Bomben abgeworfen wurden – in einen atemberaubenden 18-Loch-Linksplatz verwandelt, der mühelos in die Ränge der besten Links-Golfplätze aufgenommen wurde, die die Westküste Europas zwischen Dänemark und Frankreich entlangführen. Auf einem von natürlichen Dünen umgebenen Gelände wurden die achtzehn Löcher so herrlich angelegt, dass man schwer glauben kann, sie hätte ein deutscher Platzdesign-Neuling geschaffen! Der Platz hascht weder nach größter Aufmerksamkeit, noch bedient er sich modernster, getrickster Links-Elemente.  Keine irren Bunker, keine künstlichen Seen – alles einfach nur friesisch unaufgeregt in die Dünen geschlängelt. Man würde nicht meinen, dass hier alles neu geschaffen werden musste….

Die Runde beginnt relativ hart, denn ich finde Loch 1 ist eines der schwersten Startlöcher, die ich bisher erlebt habe. Man muss von gelb schon sehr genau (am besten leicht drawen, womit wir beim Problem wären) 200 Meter weit schlagen, denn rechts lauern in dieser Entfernung zwei schicke Pottbunker, was dann einem zusätzlichen Schlag entspricht. Da der zweite Schlag kontinuierlich bergauf geht, steht man sehr häufig mit einem längeren Eisen für den zweiten Schlag (seit geraumer Zeit auch mal mit einem Hybrid…). Die 2 erscheint relativ leicht, hat es aber ebenso in sich. Leicht rechts oder links verziehen, und schon kann man aus dem Heidekraut weiterspielen. Ab der 3 kommt man dann richtig in den Flow und es folgen sehr unterschiedliche Löcher, was den Platz dann eben auch „erinnerungswürdig“ macht.

Die Schleife von der 14-18 ist wunderschön und enthält die Signature 15. Das kurze Par 3 (gut 100 Meter) spielt sich mit einem Wedge an der Nordsee. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. An der Stelle hat man selten absolute Windstille, und zudem sind fällt das Grün in alle Richtungen bergab. Man sieht auch vom Abschlag die tückisch positionierten Bunker nicht gut ein. Für zusätzliche Spannung sorgt der oberhalb der Bahn verlaufende Wanderweg. Wer mit Lampenfieber am Tee ausgestattet ist, kann sich hier auf immer vorhandene Zuschauer freuen! Mach den Schwung nicht lockerer…

Das Finish hat es dann mit 2x Par 5 und 90 Grad Dogleg Par 4 ebenfalls in sich. Das Spiel endet schließlich vor dem schicken Budersand Hotel, das immer eine Übernachtung wert ist: ausgezeichneter SPA und Restaurantbereich sowie die Wahl zwischen Meer- oder Golfplatzblick – geht kaum besser.

Es ist also leicht zu verstehen, weshalb Budersand 2009 zum besten neuen deutschen Golfplatz gewählt wurde, und seitdem eine abonnierte Präsenz auf vorderen Plätzen in den deutschen und kontinentaleuropäischen Rankings hat. Für mich einer der Top 5 Plätze Deutschland, aber, was sich innig liebt, kritisiert sich auch ganz offen: ich hätte den Platz als Architekt gedreht. Otto Normalgolfer hat in Budersand keine Range, sondern nur zwei Abschlagskäfige, in die man schnell einige Bälle klopfen kann. Eigentlich beginnt nahezu jeder Golfer dort relativ „kalt“, und dafür sind die Auftaktbahnen einfach ein „etwas unhöfliches Willkommen“. Aber ansonsten „Chapeau“ für diesen Platz und bis bald.

von A.M.

Flughafen

Sylt

Do´s

Gern auch in der Nebensaison spielen! Preislich attraktiv und die Chance auf viel Freiraum zwischen den Flights.

Dont´s

Sofort wieder wegfahren, ohne die Runde beim Blick über die Nordsee und einem Getränk im Restaurant Strönholt Revue passieren zu lassen.

Clubseite/ Greenfee

GC Budersand
Hochsaison ca. € 120,-
Nebensaison ab € 50,-

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